Drama | 120 min | HD

LOS PERROS

Marcela Said

alt

Marcela Said Cares wurde 1972 in Chile geboren. Sie machte ihren Abschluss an der Katholischen Universität von Santiago in Ästhetik, und erhielt ihren Master in Medien & Sprache von der Pariser Universität La Sorbonne.

Im Jahr 2013 wurde ihr erster Langspielfilm THE SUMMER OF FLYING FISH, der von Cinéma Defacto produziert und von Shellac verliehen wurde, in der Quinzaine des Réalisateurs/ Director’s Fortnight auf dem Cannes Filmfestival präsentiert. Es folgten Einladungen auf die Festivals New Horizons, Toronto und Sao Paulo, und der Film gewann Preise in La Habana, River Run, Biarritz und Toulouse. Im April 2014 erschien er in Frankreich und im Juli 2014 in Chile.

Die 40-jährige Mariana ist eine sensible Frau, die aus einer gutbürgerlichen Familie stammt, bei der hinter einer fehlerlosen Fassade, tiefliegende Abgründe lauern. Ihr Vater Francisco hat sie mit Liebe und Aufmerksamkeit großgezogen, jedoch auch mit eiserner Hand. Sein Einfluss auf ihr Leben ist noch immer sehr groß.

Pedro, Marianas Ehemann, ist ein Architekt und Workaholic, der seine Frau nicht glücklich machen kann. Das Sexleben der beiden ist verkümmert, Pedro konzentriert sich mehr auf seine Karriere als auf die Beziehung. Aufgrund des Drucks ihrer Freunde zwingt er Mariana dazu, sich einer künstlichen Befruchtung zu unterziehen, da es langsam an ihrem Image kratzt, dass die beiden keine Kinder haben. Mariana stimmt Pedro zu, obwohl sie eigentlich kein Verlangen spürt, Mutter zu werden.

Ihre unkonventionelle Haltung wird in ihrem sozialen Umfeld mit aufgesetzter Freundlichkeit und höflichem Lächeln beantwortet. Marianas Charme liegt in ihrer Zerbrechlichkeit. Sie spürt, dass sie isoliert wird. Trost findet sie in ihrem Hund Neptuno, der Einzige, der sie mit Aufmerksamkeit überschüttet.

Als sie für eine Geburtstagsfeier in einem Reitsportzentrum ist, lernt sie den eindrucksvollen 70-jährigen Juan kennen, einen ehemaligen Oberstleutnant und Reitlehrer. Die Chemie stimmt sofort: dem rücksichtsvollen Mann gelingt es, mit seinem Sinn für Humor ihre Lebendigkeit wiederzuerwecken. Er lädt Mariana dazu ein, einen Reitkurs bei ihm zu machen.

Unter seiner Anleitung beginnt sie ihre Reitstunden. Sie lernt, die Zügel zu kontrollieren und mit der Peitsche umzugehen. Sie gewinnt an Vertrauen, indem sie sowohl das Pferd, als auch ihre Ängste bändigt. Die Ausbildung wird intensiver und physischer, was den Kontakt mit dem Pferd und auch mit Juan betrifft. Manchmal unterhalten sich die beiden nach der Stunde, reiten zusammen in den Bergen aus. Dort oben ist der Blick auf Santiago atemberaubend und die Stille förderlich für Intimität und Bekenntnisse.

Ohne Furcht davor, was man über sie denken könnte, lädt Mariana Juan zu den mondänen Veranstaltungen ein, aus denen ihr Leben besteht. Auf einem dieser Abende kollidieren die beiden Welten: Mariana entdeckt, dass sich ihr Vater und Juan schon sehr lange kennen, aber darüber möchte niemand sprechen.

Im Reitzentrum trifft Mariana auch auf Javier, einen Polizisten. Er wartet auf den Oberstleutnant, um ihm Fragen zu stellen. Sie bekommt mit, dass Juan zu Zeiten der Diktatur in mehrere Menschenrechtsverletzungen verwickelt war. Der Prozess ist schon im Gange. 

Ihr Umfeld ist sich einig: Sie muss mit den Reitstunden aufhören. Das Blut, das an den Händen des Oberstleutnants klebt, könnte dem Ansehen der Familie schaden. Dazu befürchten Pedro und Francisco, dass das Reiten der künstlichen Befruchtung schaden könnte. Zudem missfällt ihnen die neue eigenwillige und unabhängige Art, die Mariana entwickelt hat.

Zum ersten Mal entscheidet sie sich, nicht zu gehorchen und geht weiterhin zu den Reitstunden – trotz der Anschuldigungen, mit denen Juan konfrontiert ist. Sie schlägt sich auf die Seite des Oberstleutnants, den die Öffentlichkeit scharf verurteilt.

Mariana will die Wahrheit herausfinden und beginnt, dem Oberstleutnant Fragen zu stellen. Der versucht jedoch, der Unterhaltung auszuweichen und weigert sich, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb wendet sich Mariana an Javier - in der Hoffnung, dadurch an die Namen der ehemaligen Auftraggeber Juans zu kommen.

Javier. Pedro. Francisco. Je mehr sie sich diesen Männern widersetzt, desto stärker bröckelt die unsichtbare Mauer, die diese um sie herum aufgebaut haben. Entspannung findet sie nur in den Armen des Oberstleutnants. Dort findet sie auch den Mut, sich ihrer gequälten Persönlichkeit zu stellen und den Schleier über der Heuchelei ihrer Familie und deren Rolle in der ganzen Geschichte zu lüften.

Produzent:
Cinéma Defacto
Koproduzent:
Jirafa Films
augenschein Filmproduktion
Rei Ciné
Terratreme Films
Bord Cadre
Förderung:
Cinéma du Monde
Creative Europe MEDIA
Arte International Prize
Chilean Fund
Sundance Lab Grant
World Cinema Fund
Herstellungsjahr:
2017
Drehorte:
Chile
Drehbuch:
Marcela Said
Regie:
Marcela Said
Produzent:
Tom Dercourt
Sophie Erbs
Augusto Matte
Jonas Katzenstein
Maximilian Leo
Darsteller:
Antonia Zegers
Alfredo Castro
Drehbuch:
Marcela Said
Regie:
Marcela Said
Produzent:
Tom Dercourt
Sophie Erbs
Augusto Matte
Jonas Katzenstein
Maximilian Leo
Darsteller:
Antonia Zegers
Alfredo Castro
Schnitt:
Jean de Certeau
Herst. Leitung:
Philipp Stendebach
© 2009-2018 augenschein Filmproduktion GmbH. Alle Rechte vorbehalten.